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10. SCHLUSSWORT


Der Alphirt hat seine Erträge am Rande zur schroffen Natur erhascht. Er hat sich gegen Naturgewalt, Dämonenbedrohungen und Zeiterscheinungen gestellt. Er hat sich in seiner Alpmagie aufgehoben, im Ritual wohlig geborgen gefühlt.  

Bis er im Modernismus seinen Sinn verloren hat. Etwa so, wie Al Imfelds Vater, der vom urtümlichen Hüterbuben zum Landwirt und Senn wurde ... um in seinem Alter fern vom tieferen Sinn auf dem Parkplatz schnöden Mammon einzukassieren, Falschparkierer zurechtzuweisen. Damit ist ihm, ist uns allen eine Magie abhanden gekommen,  die uns die lebenslängliche Auseinandersetzung mit „Werden – Sein – Vergehen“ ermöglicht hatte. 

Ich finde meine eigenen Antworten auf oberflächlichen Konsum, sinnentleerte Rituale und auftrumpfendes Imponiergehabe. Gegen Ströme und Fluten aus elektronischen Medien und reißerischer Presse, die unsere Innenwelt überschwemmen, unsere Stuben und Schlafzimmer verschlammen.  

Einer sinnstiftenden Erneuerung Wegzeichen zu setzen, einen rituellen Umgang mit dem wertlosesten und geringsten Symbol zu pflegen, das ist mir ein gangbarer Weg geworden. Es gibt genug Normale und zu wenig Verrückte. Die Normalität kann sich sowieso nur an der Verrücktheit definieren. 

Es lohnt sich, den eigenen Wahnsinn zu entfesseln, in die Tiefe zu horchen und in die Höhe zu greifen, Eindrücke auszudrücken - und wenigstens über sich selber mehr zu lachen, als es Andere tun!

Ueli Dubs